Seelische Erkrankungen auf dem Vormarsch

Foto: Freepik

Erstmals in diesem Jahrtausend sind psychische Erkrankungen verantwortlich für die meisten Fehlzeiten der Erwerbstätigen in Bayern und damit auch in Ingolstadt. Das teilt die TK mit.

Die Techniker Krankenkasse (TK) verzeichnet für das Jahr 2019 in Bayern einen Krankenstand von 3,6 Prozent – ein Minus von 0,1 gegenüber dem Vorjahr. “Die durchschnittliche Dauer einer Krankschreibung reduzierte sich von 13,4 auf 13,3 Tagen. Der Freistaat hat damit im Bundesvergleich den zweitniedrigsten Wert”, sagt Christian Bredl, Leiter der TK in Bayern. Spitzenreiter ist wie im Vorjahr Baden-Württemberg mit durchschnittlich 12,6 krankheitsbedingten Fehltagen je Erwerbstätigen. Bundesweit sind es 15,4 Tage.

Psychische Erkrankungen sorgen erstmals in Bayern für die meisten Fehlzeiten 

Verantwortlich für die meisten Fehlzeiten der Erwerbstätigen sind in Bayern erstmals im Jahr 2019 die psychischen Erkrankungen wie zum Beispiel Depressionen. Mit durchschnittlich 2,4 Arbeitsunfähigkeitstagen pro Kopf haben sie ein Plus gegenüber dem Vorjahr von 0,1 Tagen. Das entspricht einer Zunahme von rund fünf Prozent. Die seelischen Krankheiten lösen damit den “ewigen” Spitzenreiter Muskel-Skeletterkrankungen erstmals in diesem Jahrtausend ab.

Erkältungen, Muskel-Skeletterkrankungen, Verletzungen und Vergiftungen rückläufig 

Erkältungen, Muskel-Skeletterkrankungen sowie Verletzungen und Vergiftungen gingen 2019 gegenüber dem Vorjahr um jeweils rund drei Prozent zurück. Diese drei Krankheitsbilder sind somit die Hauptursachen für den leicht rückläufigen Trend bei den Krankschreibungen in Bayern. “Vor allem am Jahresanfang 2019 registrierten wir weniger Erkrankungen der Atemwegssysteme”, erklärt Bredl. “Erfreulich ist auch, dass sich bei den Muskel-Skeletterkrankungen der rückläufige Trend seit 2014 fortsetzt. Die verstärkten Maßnahmen rund um die betriebliche Gesundheitsförderung scheinen hier zu wirken.”

So weist der aktuelle Präventionsbericht 2019 des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) aus, dass derzeit etwa 20.000 Betriebsstandorte jährlich mit rund 2,2 Million Beschäftigten direkt durch die betriebliche Gesundheitsförderung erreicht werden. Das sind doppelt so viele wie 2014. Fast jede zweite Maßnahme (48 Prozent) dient der Gestaltung betrieblicher Rahmenbedingungen hin zu einer bewegungsförderlichen Umgebung.

Der GKV-Präventionsbericht 2019 ist abrufbar unter https://www.gkv-spitzenverband.de/krankenversicherung/praevention_selbsthilfe_beratung/praevention_und_bgf/praeventionsbericht/praeventionsbericht.jsp