Online Beratungsportal gegen Glückspielsucht

Unter dem Titel PlayChange bekommen Glücksspielsüchtige und ihre Angehörigen Hilfe. Beratungsplattform startet am 15. Juli.

Mit einer neuen Online-Beratung sollen mehr Menschen in Bayern im Kampf gegen Glücksspielsucht unterstützt werden. Dafür startet die Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern (LSG) mit Unterstützung des Gesundheits- und Pflegeministeriums am 15. Juli die Beratungsplattform PlayChange. Gesundheitsministerin Melanie Huml sagte dazu am Sonntag: „Schnell, unkompliziert und vor allem anonym können Betroffene auf PlayChange Hilfe bekommen. Das ist eine hervorragende Ergänzung zu unserem klassischen Beratungsangebot und ein großer Schritt nach vorne in der Suchtberatung, die wir den Bürgerinnen und Bürgern im Freistaat anbieten. Angesichts der Corona-Pandemie ist die neue Plattform auch ein guter Weg für eine kontaktlose Erstberatung.“

Die Ministerin erläuterte: „Für Glücksspielsüchtige – oder ihre Angehörigen – ist es oftmals eine große Hürde, sich professionelle Unterstützung zu suchen, denn nicht selten schämen sich die Betroffenen für die Krankheit. PlayChange soll helfen, diese Hürde zu überwinden. Der Nutzer kann sich anonym registrieren und dann per E-Mail, Messenger oder Chat einen Berater kontaktieren. Auch Telefontermine können über PlayChange vereinbart werden.“

Kostenlose App

PlayChange wird von der LSG betrieben. Die Entwicklung hat etwa ein Jahr gedauert, die Programmierung der Plattform hat rund 36.000 Euro gekostet. PlayChange kann als kostenlose App auf dem Smartphone oder am PC genutzt werden. Huml betonte: „Bei der Entwicklung haben wir höchsten Wert auf Datenschutz gelegt.“

Schätzungen zufolge zeigen knapp 70.000 Menschen in Bayern ein problematisches Glücksspielverhalten, rund 33.000 von ihnen leiden unter Glücksspielsucht. Die Zahlen basieren auf Erhebungen aus den Jahren 2011 bis 2017.

Pathologische Spielsucht ist eine Abhängigkeitserkrankung, die die Lebensführung der Betroffenen beherrscht und zum Verfall von sozialen, beruflichen, materiellen und familiären Werten und Verpflichtungen führen kann. Huml erklärte dazu: „Es kann passieren, dass Betroffene ihr gesamtes Vermögen verprassen und Schulden anhäufen. Damit riskieren sie, ihre Familie, Freunde und ihren Arbeitsplatz – im wahrsten Sinne des Wortes – zu verspielen.“

Huml ergänzte: „Neben analogen Zugängen zum Hilfesystem müssen wir verstärkt auch digitale Angebote schaffen. Bayern will in der digitalen Suchtberatung und -prävention eine Vorreiterrolle einnehmen.“

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