Mit Diabetes um die Welt

Ramona Stanek liebt das Reisen und gibt ihre Erfahrungen als Urlauberin mit Diabetes in ihrem Blog weiter. Foto: Ramona Stanek

Ramona Stanek ist Diabetes Bloggerin – und Mutmacherin. Jetzt war sie bei DiaExpert in Ingolstadt zu Gast und erzählte von ihren Erfahrungen.

Jung, dynamisch, weltweit unterwegs – das ist Ramona Stanek. Aber sie ist eben auch ein Mensch mit Diabetes (Typ 1). Und das unterscheidet sie als Bloggerin von den meisten Ladies dieser „Zunft“. Seit dreieinhalb Jahren betreibt die studierte Geographin aus Nürnberg ihren Blog „Tattoos, Travels, Type One“. Hier gibt sie die Erfahrungen, die sie auf Reisen gemacht hat, weiter und befasst sich auch mit dem Thema Tattoos. Eben Tattoos, Travels und Type one. Kürzlich war sie bei DiaExpert in Ingolstadt zu Gast, wo sie Interessierten über ihren Blog und ihre Erfahrungen berichtete.

Als Ramona Stanek acht Jahre alt war, wurde bei ihr Diabetes mellitus Typ I diagnostiziert. Seitdem gehört das Messen des Blutzuckerspiegels und das Insulinspritzen zu ihrem Alltag: „Die Spritzen sind das kleinste Problem. Es ist vielmehr der Rattenschwanz an Planung, der dran hängt. Ich kann nicht einfach am Sonntag Nachmittag spontan entscheiden, dass ich jetzt spazieren gehe. Ich muss schon Stunden vorher überlegen, was und wieviel ich dafür esse und spritze,“ erklärte die 27-Jährige. Und nun stelle man sich die junge Frau bei einer Safari in Kenia vor! Geht nicht? Doch. Ramona Stanek beweist, dass Diabetes kein Grund sein muss, nicht in den Urlaub zu fahren. Sie beschreibt in ihrem Blog dabei kein abenteuerliches Backpacker-Leben, sondern ganz normale Urlaubsreisen, die mit einem normalen Job und einer durchschnittlichen Anzahl an Urlaubstagen zu realisieren sind. Mit Diabetes können sie trotzdem abenteuerlich werden: „In Japan habe ich mein Insulin in einer Unterkunft verloren,“ erzählt sie. Es wäre an sich nicht so schlimm gewesen, einen Arzt zu finden. Ihm aber dann beizubringen, welches Insulin genau nötig sei, schien aussichtslos. Schließlich half der Google-Translator, um in der Unterkunft das verloren geglaubte Präparat wieder zu finden.

v.l.: Roman Linck, Ramona Stanek und Ulrike Greiner (DiaExpert) beim Treffen in Ingolstadt.

In Thailand sollte Ramona Stanek am Flughafen alle mitgeführten Nadeln zählen, in Kenia sprach man sie auf ihren Sensor im Arm an und als recht schwieriges Reiseland für Menschen mit Diabetes hat die Bloggerin Kuba kennen gelernt. Dort wusste man bei ihrer Einreise mit Insulin gar nichts anzufangen („Die nehmen einen ganz schön auseinander.“). Und es sei sehr schwer gewesen, an genug Snacks für den Fall einer Unterzuckerung zu kommen. „Oft haben wir gar keine Läden gefunden, das machte die Planung sehr anstrengend.“

Ihr grundsätzlicher Tipp lautet: sich gut vorbereiten, die doppelte oder besser dreifache Menge an Equipment und Co. mitzunehmen und alles schon ein paar Tage vorher packen, um alles Wichtige auch sicher rechtzeitig zu bekommen. Auch könne es nicht schaden, ein paar landestypische Gerichte des Urlaubsziels zu Hause schon mal zu kochen, um in Sachen Ernährung nicht ganz unvorbereitet zu sein und sich je nach Urlaubsziel auf die Auswirkungen von Hitze, Kälte oder körperlichen Anstrengungen einzustellen: „Man sollte sich aber auch nicht verrückt machen und nicht zu streng mit sich sein,“ meint Ramona Stanek. Wer intensiver in die Materie eintauchen will, der kann das auf der Website www.tattostravelstypeone.de tun – dort ist auch ein e-Book von ihr zum Thema „Reisen mit Diabetes“ erschienen.

Foto: Ramona Stanek

Ihr habe das Bloggen geholfen, sich mit ihrer unheilbaren Auto-Immunerkrankung intensiver zu beschäftigen, erklärt Ramona Stanek. Die vielen positiven Reaktionen anderer Menschen mit Diabetes machten ihr außerdem klar, dass sie nicht allein ist. Diese Berichte wiederum ermutigen die Leser, auch selbst die Welt zu entdecken – trotz Diabetes. Das gilt auch für das Thema Tätowierungen. Ramona Stanek wäre nicht auf die Idee gekommen, beim Arzt nach zu fragen, ob ein Tattoo für sie vielleicht gesundheitlich bedenklich wäre. Da aber Menschen mit Diabetes über eine schlechtere Wundheilung verfügen, können hier Probleme entstehen – auch hier berichtet Ramona Stanek aus ihrem reichlichen Erfahrungsschatz und tauscht sich mit anderen aus. Zwischendurch heißt es dann wieder Koffer packen. Ihre nächste Reise für Ramona Stanek und ihren Partner Roman Linck erneut nach Japan, anschließend nach Südkorea. Man wird darüber lesen. (ma)