Knoten in der Schilddrüse – was tun?

Dr. Iman Aglan, Oberärztin der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie im Klinikum Ingolstadt Foto: Klinikum Ingolstadt

Expertenvortrag im Klinikum Ingolstadt am 30. Oktober – Eintritt frei

Die Schilddrüse übernimmt mit der Freisetzung von Hormonen eine wichtige Aufgabe in unserem Körper. Erkrankungen des Organs können daher gravierende Auswirkungen haben. Dr. Iman Aglan, Oberärztin im Klinikum Ingolstadt, und Dr. Hubert Elser, Mitgesellschafter im Diagnosticum in der Nuklearmedizin, erläutern in ihrem Vortrag am 30. Oktober, was bei einem Knoten in der Schilddrüse zu tun ist. Die Veranstaltung beginnt um 17.30 Uhr und findet im großen Veranstaltungsraum Oberbayern im Klinikum Ingolstadt statt. Eingeladen sind alle Interessierten. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei.

Die Schilddrüse ist ein kleines, schmetterlingsförmiges Organ, das sich am Hals unterhalb des Kehlkopfs befindet. Seine Hormone sind für zahlreiche Stoffwechselvorgänge im Körper verantwortlich. Kommt deren Produktion aus dem Takt, kann sich das auf den Stoffwechsel, das Herz-Kreislauf-System, den Magen und Darm, die Nerven und Muskeln auswirken.

Erkrankungen der Schilddrüse kommen in Deutschland relativ häufig vor. Bei etwa jedem vierten Erwachsenen finden sich Knoten. Bei den über 65-Jährigen sind sogar mehr als 50 Prozent betroffen. Häufigste Ursache für deren Entstehung ist Jodmangel.

Ein Knoten ist ein Bereich innerhalb der Schilddrüse, in dem sich die Zellen des Organs vermehren oder vergrößern. Knoten sind nicht zu verwechseln mit einem Kropf. Um einen Kropf handelt es sich, wenn sich das gesamte Gewebe der Schilddrüse vergrößert.

Diagnosestellung

Betroffene selbst bemerken die kleinen Knoten meist gar nicht. Erst durch Routineuntersuchungen beim Arzt werden die Veränderungen festgestellt. „Die meisten von ihnen sind harmlos“, weiß Dr. Iman Aglan, Oberärztin in der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie und Spezialistin für Schilddrüsenchirurgie. Sie warnt jedoch davor, die Knoten auf die leichte Schulter zu nehmen: „Da in seltenen Fällen auch Krebs dahinterstecken kann, sollten sich Betroffene eingehend ärztlich untersuchen lassen.“

Um der Erkrankung auf den Grund zu gehen, kommen unterschiedliche Diagnosemethoden zum Einsatz. „Wir untersuchen unter anderem den Hormonstatus sowie das Blut der Patientinnen und Patienten, schauen im Ultraschall die Größe des Organs an und führen eine sogenannte Szintigrafie durch. Bei dieser Untersuchungsmethode werden schwach radioaktive Stoffe verabreicht, die sich in verschiedenen Organen ansammeln. Die Radioaktivität wird gemessen und liefert Hinweise auf die Aktivität des Gewebes. Wenn nötig entnehmen wir aus der Drüse eine Probe“, erklärt Dr. Hubert Elser, Facharzt für Nuklearmedizin.

Behandlung

„Handelt es sich um einen kleinen gutartigen Knoten und die Schilddrüsenwerte sind im Normalbereich, ist erst einmal keine Behandlung notwendig. Betroffene sollten sich dann allerdings regelmäßig von einem Schilddrüsen-Spezialisten untersuchen lassen“, rät Dr. Aglan.

Ist eine Behandlung erforderlich, gibt es drei unterschiedliche Möglichkeiten: die Gabe von Medikamenten, eine Radiojodtherapie oder eine Operation. „Medikamente setzen wir nur dann ein, wenn die Knoten keine Hormone produzieren, noch relativ klein sind und keine Beschwerden verursachen“, erklärt Dr. Elser. Die Radiojodtherapie kommt bei sogenannten heißen, gutartigen Schilddrüsenknoten zum Einsatz. Dabei erhält der Patient radioaktives Jod, das die Schilddrüsenzellen zerstört. „Ist die Schilddrüse bereits stark vergrößert oder ist der Knoten bösartig, ist eine Operation das Mittel der Wahl“, so die Chirurgin. Dann wird entweder die gesamte Schilddrüse, nur ein Schilddrüsenlappen oder der Schilddrüsenknoten selbst entfernt.

Die Referenten stehen nach ihrem Vortrag für Fragen des Publikums rund um das Thema Schilddrüsenknoten zur Verfügung.