Bayerische HIV-Testwoche startet

Vom 25. November bis 1. Dezember bieten Gesundheitsämter, AIDS-Beratungsstellen und AIDS-Hilfen in Bayern unter dem Motto “Test jetzt!” zusätzliche Testmöglichkeiten.

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml hat insbesondere junge Leute zu einem konsequenten Schutz vor der Immunschwächekrankheit AIDS aufgerufen. Huml betonte anlässlich des Starts der bayerischen HIV-Testwoche am 25. November: “Es ist wichtig, sich vor einer Infektion mit dem HI-Virus zu schützen. AIDS ist zwar mittlerweile behandelbar, aber noch immer nicht heilbar. Das Risiko einer HIV-Ansteckung darf daher nicht unterschätzt werden. In der Altersgruppe der 20- bis 35-Jährigen ist die Infektionsrate besonders hoch.”

Einer Schätzung des Robert Koch-Instituts zufolge haben sich 2018 in Bayern rund 290 Menschen neu mit dem HI-Virus angesteckt. Darunter sind circa 240 Männer und 45 Frauen. Das RKI schätzt, dass sich im Jahr 2018 in Bayern etwa 35 Menschen weniger mit dem HI-Virus infiziert haben als im Vorjahr.

In Bayern lebten Ende 2018 insgesamt mehr als 11.800 Menschen (rund 9.400 Männer und 2.400 Frauen) mit dem HI-Virus – aber etwa 1.300 davon hatten keine entsprechende Diagnose. Insgesamt hat sich die Zahl der Menschen in Bayern, die mit HIV leben, in den letzten 15 Jahren mehr als verdoppelt. Dies ist vor allem auf die bessere Behandelbarkeit der Infektion zurückzuführen.

Huml unterstrich im Vorfeld des Welt-AIDS-Tages am 1. Dezember: “Die Zahl der HIV-Neuinfektionen ist in Bayern zwar gegenüber dem Vorjahr erneut etwas zurückgegangen, die Gesamtzahl der Menschen, die mit HIV leben, steigt aber weiterhin an. Daher gibt es im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit AIDS keinen Grund zur Entwarnung. Ein konsequenter Schutz vor einer Ansteckung ist auch weiterhin notwendig.”

Huml, die approbierte Ärztin ist, erläuterte: “Zwischen einer Infektion mit dem HI-Virus und einer Diagnose beim Arzt können häufig Jahre vergehen. Viele Menschen tragen das gefährliche Virus in sich, ohne es zu wissen. Deshalb ist es sehr wichtig, sich testen zu lassen. Denn nur wer rechtzeitig weiß, dass er sich infiziert hat, kann sich und andere schützen.”

Experten zufolge erfahren rund 30 Prozent der Menschen, die das HI-Virus in sich tragen, erst bei einem fortgeschrittenen Immundefekt, oder durch die Diagnose der Krankheit AIDS von ihrer Infektion. Huml erläuterte: “Bei einer späten Diagnosestellung sind auch die Behandlungsaussichten der Immunschwächekrankheit weniger günstig. Natürlich steigt auch das Risiko einer Weitergabe der Infektion. Deshalb setzt sich das bayerische Gesundheitsministerium mit Nachdruck dafür ein, die Ausbreitung von HIV einzudämmen. Allein im aktuellen Haushalt haben wir dafür rund 3,7 Millionen Euro bereitgestellt.”

Die Ministerin verwies auch auf die erfolgreiche Informationskampagne des Ministeriums zu sexuell übertragbaren Krankheiten (STI), mit der von Juni bis Oktober zahlreiche junge Leute erreicht wurden. Die Kampagne unter dem Hashtag #STIauftour richtete sich gezielt an junge Leute im Alter zwischen 17 und 25 Jahren. Vor allem über soziale Netzwerke wie YouTube und Instagram wurde darüber aufgeklärt, wie man sich zum Beispiel vor AIDS oder Syphilis schützen kann. Eingebunden waren auch sieben Internet-“Influencer”.

Die bayerische HIV-Testwoche 2019 findet vom 25. November bis 1. Dezember mit zahlreichen Aktionen und Veranstaltungen in ganz Bayern statt. Dabei bieten Gesundheitsämter, AIDS-Beratungsstellen und AIDS-Hilfen in Bayern unter dem Motto “Test jetzt!” zusätzliche Testmöglichkeiten sowie verschiedene Informations- und Aufklärungsaktionen an. Diese finden sich im Internet unter www.testjetzt.de.

Die HIV-Testwoche wird vom Bayerischen Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung (ZPG) im Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) koordiniert. Während der Testwoche im Jahr 2018 hat das Labor im LGL an insgesamt 942 Proben HIV-Tests durchgeführt, darunter war eine positive. Darüber hinaus können an vielen Beratungsstellen oder beim Hausarzt auch Schnelltests durchgeführt werden. Im Vorjahr waren es 1103 HIV-Tests, drei davon waren positiv.